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Was du über Altersgeld für Beamte wissen solltest

Ein oft gehörter Einwand, wenn es um “Kündigung als Beamter” geht, ist die Umwandlung der eigenen Pensions- in Rentenansprüche. “Du verlierst die Hälfte deiner Pensionsansprüche!” ist dann zu hören.

Dabei gilt diese Einschränkung längst nicht mehr für alle Beamte in Deutschland. Mittlerweile haben sechs Bundesländer und der Bund Regelungen zum so genannten Altersgeld eingeführt. Diese sollen die Durchlässigkeit zwischen öffentlichem Dienst und der freien Wirtschaft verbessern.

Leider werden Beamte über die Möglichkeit des Altersgeldes noch viel zu selten oder gar nicht informiert und so kennen viele zweifelnde Beamte diese Regelung immer noch nicht. Selbst auf Anwaltsportalen wird zum Thema Altersgeld noch geantwortet, dass nur der Bund, Baden-Württemberg und Niedersachsen, entsprechende Regelungen hätten. Auch ist es ein Märchen, dass Bundesbeamte besser gestellt wären

Daher habe ich in diesem Artikel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der bestehenden Altersgeldregelungen zusammengefasst. Alle Informationen sind natürlich ohne Gewähr, sie dienen lediglich als eine erste Informationsgrundlage. Alle, die sich mit einer beruflichen Neuorientierung beschäftigen, sind angehalten, sich bei diesem wichtigen Thema selbst bei der für sie zuständigen Stelle zu informieren.

Alle Bundesländer, die hier nicht auftauchen, haben keine Altersgeldregelung. Hier gilt nach wie vor, dass bei freiwilligem Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis in die Rentenkasse nachversichert wird (hierzu wird es demnächst einen eigenen Artikel geben).

Am Ende des Artikels findest du eine Sammlung relevanter Links für das jeweilige Bundesland.

Was ist Altersgeld?

Freiwillig ausscheidende Beamte, Richter und Soldaten können auf eigenen Antrag unter bestimmten Voraussetzungen den Erhalt von Altersgeld anstelle der bisher obligatorischen Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung in Anspruch nehmen.

Ihre bisherigen Pensionsansprüche werden also nicht in Renten- sondern in Altersgeldansprüche umgewandelt. Dabei fallen die Verluste in aller Regel deutlich geringer aus. Wie hoch die „Mitnahme“ der Ansprüche ausfällt und wie sich das Altersgeld berechnet, liest du gleich.

Wo gibt es Altersgeldregelungen?

Die Altersgeldregelung gibt es in

  • Baden-Württemberg
  • Niedersachsen
  • Hessen
  • Sachsen
  • Hamburg (bis zum 31.12.2019)
  • Bremen
  • und beim Bund

Eine Besonderheit sind Sachsen und Hamburg. Diese haben die Altersgeldregelung zunächst zeitlich begrenzt eingeführt. Vermutlich, um den Prozess evaluieren und notfalls wieder leichter abschaffen zu können. (Aktualisierung: Die zeitliche Begrenzung ist in Sachsen inzwischen weggefallen.) Eine Linksammlung findest du am Ende.

Welche Bedienstete haben Anspruch auf Altersgeld?

Hier unterscheiden sich die Regelungen im Detail. Die genannten Bundesländer gewähren Altersgeld bereits nach 5 Dienstjahren. Der Bund erst nach 7 Jahren Beamten-Zugehörigkeit (davon 5 im Bundesdienst).

Was sind altersgeldfähige Dienstzeiten?

Im Prinzip sind das Zeiten im Beamtenverhältnis oder vergleichbare Zeiten. Für den Großteil der Beamten ist das also die Zeit von der Ernennung zum Beamten (auf Widerruf) bis zum Entlassungszeitpunkt. Bei den Männern wird in bestimmten Fällen der Wehrdienst auch noch angerechnet. Teil- und Erziehungszeiten werden anteilig berechnet. Bei komplizierteren Konstellationen und häufigen Wechseln muss aber genau geprüft werden, ob ein Altersgeldanspruch besteht oder nicht.

Ergänzung 20.05.2019: Ich hatte in 12,5 Jahren Polizeidienst damit 10,72 Jahre altersgeldfähige Dienstzeit aufgebaut.

Wenn du wissen willst, wie das bei mir ging, kannst du dir meinen Bescheid für altersgeldfähigen Dienstzeit hier gerne anschauen. Es ist ein wahrer Flickenteppich an Volllzeit-, Teilzeit- und Elternzeitschnipseln.

Wie hoch fällt das Altersgeld aus?

Auch hier hat der Bund wieder die “beamtenunfreundlichste” Regelung.

Während die Länder die Pensionsansprüche zu 100% in Altersgeldansprüche umwandeln, sind es beim Bund nur 85%. Dies soll natürlich den Anreiz mindern, tatsächlich zu gehen. Allerdings haben Bundesbeamte oft ein höheres Gehalt als Landesbeamte, so dass sich das etwas ausgleicht.

Überall gleich ist, dass das Altersgeld für jedes Jahr altersgeldfähiger Dienstzeit 1,79375 Prozent der altersgeldfähigen Dienstbezüge beträgt, insgesamt jedoch max. 71,75 Prozent. (Das sind die gleichen Werte wie bei den Pensionsansprüchen)

Wie die Pensionsansprüche bezieht es sich auf die letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezüge.

Beispiel 1:

Ein Oberkommissar des Bundes (A10) verlässt nach 10 Jahren den öffentlichen Dienst. Dabei hat er zuletzt 3500 € brutto verdient.

Daher ergibt sich die Gleichung:

[10 (Jahre) x 1,79375%] x 3500 € x 85% (wegen Bund) = ca. 535 €

Er hat für seine 10 Jahre Dienstzeit also 535 € Altersgeldanspruch für den Ruhestand erarbeitet. Nun hat er noch ca. 30-35 Jahre Zeit weitere Rentenansprüche aufzubauen oder privat vorzusorgen.

Sollte dieser Oberkommissar hingegen 41 Dienstjahre “voll machen”, würde er beim Erreichen der A13 eine Beamtenpension von ca. 3300€ erhalten.

Beispiel 2:

Eine Oberstudienrätin (A14) aus Baden-Württemberg verlässt nach 20 Jahren den öffentlichen Dienst. Dabei hat sie zuletzt 5200 € brutto verdient.

Daher ergibt sich die Gleichung:

[20 (Jahre) x 1,79375%] x 5200 € = ca. 1850 €

Sie hat für ihre 20 Jahre Dienstzeit also 1850 € Altersgeldanspruch für den Ruhestand erarbeitet.

Wie wird das Altersgeld beantragt?

In der Regel muss die Inanspruchnahme der Altersgeldregelung VOR dem Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis schriftlich beantragt werden. Hier gibt es aber Unterschiede (z.B. in Hessen)! Daher sollte jeder potenzielle Interessent unbedingt die jeweils geltende Regelung studieren!

Es empfiehlt sich, Altersgeld zeitgleich mit der Bitte auf Entlassung in einem extra Schreiben zu beantragen. Ist die Entlassung erfolgt, kann oftmals rückwirkend kein Altersgeld beantragt werden.

Und so sah das bei mir aus. Achtung, wenn du kein Bundesbeamter bist, muss du natürlich die Gesetzesnorm anpassen oder einfach weglassen.

In Baden-Württemberg wird für viele jüngere Beamte (Verbeamtung nach 01.01.2011) aber z.B. automatisch die Altersgeldregelung angewendet. In Hessen ist mir hingegen ein Fall zu Ohren gekommen, bei dem zur Nachversicherung in der Rente “aufgefordert” wurde, obwohl Altersgeldanspruch bestand. Eine Nachversicherung in der Rente hätte zu finanziellen Nachteilen geführt. Hier also Vorsicht und unbedingt die genaue Regelung studieren!

Übersicht über die Altersgeldregelungen

Hier kommen nützliche Links für das jeweilige Bundesland. Ich habe jeweils den für mich umfassendsten Link genommen. Natürlich auch hier noch mal nachprüfen, ob du noch weitergehende Informationen zu deinem Bundesland findest und gerne in den Kommentaren verlinken.

  • BW: Anspruch nach 5 Jahren Dienstzeit, 100% der Pensionsansprüche, mehr Infos
  • NS: 5 Jahre, 100%, mehr Infos
  • HE: 5 Jahre, 100%, mehr Infos
  • SN: 5 Jahre, 100%, mehr Infos
  • HH: 5 Jahre, 100%, mehr Infos, Regelung zeitlich beschränkt bis zum 31.12.2019.
  • HB: 5 Jahre, 100%, mehr Infos (im Gesetz ab §83)
  • Bund: 7 Jahre (5 Jahre im Bundesdienst), 85%, mehr Infos

Eine allgemein interessante Quelle (vor allem für Bundes-, aber auch für Landesbeamte um ins Thema einzusteigen) ist auch dieses Verdi-Interview.

Was ist mit den anderen Bundesländern?

In dem ein oder anderen Bundesland findet man Hinweise auf Initiativen z.B. für NRW oder auch Bayern. Ich verlinke hier aber bewusst nicht. Denn in NRW ging 2016 eine Initiative von der FDP aus. Im jetzigen Koalitionsvertag zwischen FDP und CDU ist aber von Altersgeld keine Rede mehr. Wann hier also tatsächlich gesetzliche Änderungen auf den Weg gebracht werden (sollen), steht in den Sternen. Es macht also aus meiner Sicht keinen Sinn, über Eventualitäten nachzudenken.

Zur Sicherheit kannst du aber natürlich gerne “Altersgeld [Dein Bundesland] googeln.

Meine persönliche Meinung:

Vor meiner Entscheidung zu gehen hatte ich von der Altersgeldregelung noch nie etwas gehört. Sie hat für mich damals keine Rolle gespielt. Ich habe erst davon erfahren, als ich mich mit der Kündigung als Beamter auseinandergesetzt habe. Ich profitiere zwar davon, wäre aber auch ohne sie gegangen.

Auf mich trifft ungefähr der Fall aus Beispiel 1 zu. Würde ich meine gehobene Dienstlaufbahn weiterführen, müsste ich mir (gesetzt dem Fall unser Renten- und Pensionssystem bleibt so lange bestehen) keinerlei Gedanken über mein Ruhegehalt machen. Trotzdem habe ich mich gegen diesen Weg entschieden.

Doch das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt gute Gründe im Beamtenverhältnis zu bleiben und es gibt gute Gründe es zu verlassen. Ich bin ein Fan davon auf den Bauch zu hören. und dann den Kopf für die Umsetzung zu benutzen

Zum Schluss:

Das Altersgeld erleichtert es auch vielen dienstälteren Beamten, sich noch einmal neu zu orientieren. Es wird aber natürlich nie das alleinige Kriterium für oder gegen einen Ausstieg sein. Insbesondere muss immer auch auf die Regelungen rund um die Krankenversicherung geachtet werden, da der Beihilfeanspruch nach dem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis entfällt.

Alle Informationen wurden von mir sorgfältig zusammengetragen. Ich würde mich freuen, wenn der Artikel mit eurer Hilfe wachsen würde. Solltest du Ungenauigkeiten oder sogar Fehler finden, korrigiere diesen Beitrag doch bitte in den Kommentaren. Auch wenn du über weiter Informationen verfügst, würde ich mich über ein Kommentar freuen!

Was sind deine Erfahrungen mit Altersgeld? Kennst du jemanden, der noch im hohen Alter die Verbeamtung aufgegeben hat? Was würdest du dir in diesem Zusammenhang noch wünschen? Schreib auch das gern in die Kommentare. Hau den ersten Stein um!

Moritz

59 Kommentare zu „Was du über Altersgeld für Beamte wissen solltest“

  1. Hallo Moritz,

    ich habe noch eine Frage mit der du dich sicherlich während deines Austritts beschäftigt hast. Ich bin aktuell im Vorbereitungsdienst in NRW (24Monate) und dementsprechend auf Wideruf. Aktuell bin ich mir nicht sicher ob ich meine Tätigkeit danach weiter ausführen möchte. Kann ich irgendwie berechnen wie viel Geld als „Nachversicherung“ in die Rentenkasse eingezahlt wird? Altersgeld wird es ja vermutlich nicht so schnell geben.
    Gruß Stefan

    1. Hallo Stefan,
      ich kenne mich bei den Referendariatsthemen nicht wirklich aus, da es mich selbst nie betroffen hat. Ich habe eine ähnliche Frage neulich auf Textourettes Blog (in den Kommentaren bei „Moritz“) beantwortet, da ging es um 3 Jahre Verbeamtung. Du kannst bei der Pensionsberechnung immer näherungsweise 1,79% pro Dienstjahr x dein letztes Bruttogehalt ansetzten. Tun wir so wie wenn du momentan 1400€ verdienst, dann sind bei einem Dienstjahr knapp 25€ Pension pro Monat. Ich kenne deine Werte jetzt natürlich nicht aber sicher ist, dass es wenig ist. Wenn du nachversichert wirst, verlierst du. Manche sagen 50% aber so viel ist es wohl nicht. Genaueres kann dir ein Rentenberater ausrechnen, aber das kostet.
      Was ich eigentlich damit sagen will, dass ist bei dir alles so gering, dass es (aus meiner Sicht) einfach vollkommen egal ist. Wenn du kündigen willst, dann kündige, wenn du nicht kündigen willst, dann kündige nicht. Wenn du es nicht weißt, dann zieh durch, dann hast du den Abschluss und dann schau neu. NUR die Renten- / Pensionsfrage sollte dabei nur eine sehr untergeordnete oder keine Rolle spielen. Du stehst noch ganz am Anfang. Hast noch ca. 40 Jahre vor dir. Da sollte alles andere eine wichtigere Rolle spielen.
      Wobei ich keineswegs jedem empfehle zu „kündigen“, nur weil der Schuh drückt. Da gibt es natürlich sehr viele Faktoren. Insbesondere die Frage, was genau dich an deiner aktuellen Situation stört. „Bist“ du einfach kein Lehrer, sind es die fremden Kinder, ist es der Druck, ist es das System … diese Fragen sind die entscheidenden.
      By the Way: Vom Altersgeld hab ich erst erfahren, als die Entscheidung zu kündigen schon längst gefällt war. Sie ist für mich nice – hatte aber keinerlei Einfluss auf die Entscheidung. Ich wäre auch in die „Nachversicherung“ gegangen.
      Viel Glück.

    1. Hey,
      was Bayern angeht, kann ich auch nur Google fragen. Ich denke nicht, dass sich momentan irgendwas tut. Ich kann mir Herrmann und Söder momentan nur schwer als liberale Reformer vorstellen. Aber vielleicht tue ich ihnen da unrecht. LG Moritz

      1. Liebe Bisha,
        soweit ich das sehe, hat eine Klage für das Altersgeld kaum Chancen auf Erfolg, da solche Dinge Dienstherrensache sind und das die Länder selbst entscheiden dürfen. Die Länder / Bund die es machen, da ist es praktisch ein „Entgegenkommen“ – aber einen Anspruch darauf gibt es ebene nicht.

        Das ist traurig aber es ist – glaube ich – tatsächlich so. Ich lasse mich da aber sehr gerne etwas besseren belehren. Falls du mehr dazu weißt, lass es uns wissen.

  2. Hallo Moritz,

    danke für diese sehr wichtige Seite zum Altersgeld. Es ist eine sehr schwierige Frage, wie man nach dem Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis gut für das Alter vorsorgen kann. Eine Nachversicherung lohnt sich meist nicht, da ja nur die Mindestbeiträge gezahlt werden. War man von Anfang an Beamter, und hat daher noch nie in die Sozialversicherung eingezahlt, kann man es hier nach einer Kündigung schwer haben, bei Wahl des Altersgeldes ausreichend Beitragsjahre zu sammeln. Gegebenenfalls erfolgt sogar eine Anrechnung des Altersgeldes auf weitere Einkünfte. Würdest du diesem Thema, wie man am besten fürs Alter vorsorgen kann, eine extra Seite widmen? Vielleicht einfach nur eine Ideensammlung, vielleicht ist ja sogar ein Rentenberater bereit, in einem Interview ein paar Tipps zu geben.

    Danke und viele Grüße aus dem Rheinland,

    Diego

    1. Hi Diego,
      danke für deinen Beitrag. Ja du hast recht, das wäre eine super Sache. Ich habe da auch schon mal mit einem Rentenberater ein Vorgespräch gemacht um anhand meiner Daten (12 Jahre, A10) einfach mal die verschiedenen Möglichkeiten durchzurechnen.
      Eine ordentliche Beratung hätte einige hundert Euro (in meinem Fall 380€) gekostet. Das ist im Einzelfall absolut sinnvoll investiertes Geld und ich würde es jedem empfehlen, nur für mich hatte es aus bestimmten Gründen damals keinen Sinn gemacht. Vielleicht mache ich das aber noch exemplarisch für den Blog. Mal sehen.

      Gleichzeitig ist meine Meinung auch: Die beste Altersversorgung ist ein gesundes Leben und da gehört Zufriedenheit im Beruf ganz weit vorne mit dazu.

      Ebenfalls schöne Grüße aus dem Rheinland

  3. Für mich wäre in der Tat auch interessant, wieviele Rentenansprüche ich in den verbleibenden 20 Jahren, die ich noch zu arbeiten habe, erwirtschaften kann. Klar hängt das alleine von meinem Bruttogehalt in der Privatwirtschaft ab. Aber lässt sich das nicht irgendwie grob berechnen, auch ohne eine Rentenberatung?

    1. Hi Niko,
      wenn du das Problem löst, dann hast du den „Heiligen Gral“ gefunden. Das ist zu komplex und hat zu viele Variablen. Die Systeme Rente und Pension sind einfach zu verschieden. Ich habe für mich damals beschlossen, dass es mir „egal“ ist. Wer weiß schon was in 20 oder 30 Jahren ist und ob wir dann nicht alle Grundeinkommen oder irgendwas anderes haben. Aber das gilt für mich und das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Wie du sagst, ist ein ganz wesentlicher Faktor dein (zukünftiges) Brutto-Gehalt. Wenn du schon etwas sehr genaues im Auge hast, also weißt was du verdienen würdest, kann es absolut Sinn machen einen professionellen Rentenberater aufzusuchen. Das hätte für mich damals 380€ gekostet, da wäre aber auch alles drin gewesen. Für mich hat das keinen Sinn gemacht, weil ich selbstständig war (bin) und ich dann sowieso ganz anders vorsorgen muss.

      Wenn du was zu dem Thema raus findest oder z.B. eine Muster-Rechnung dazu hast, dann kannst du sie hier gerne teilen. Gruß Moritz

  4. Hallo,
    habe bisher keine Kenntnisse über das Altersgeld.
    Für mich stellt sich hierbei nur die Frage : Wurden die Altgedienten
    total vergessen oder wegen dem Kostenaufwand weggelassen?

    Eine Antrag auf Altersgeld müsste doch auch den schon früher in Rente
    stehende Beamten möglich sein. ich verweise hierzu auf Art. 3 d GG.

    Vielleicht gibt es hierauf eine Antwort.

    1. Hallo Henrik,
      danke für deinen Kommentar. Ich denke leider, dass es genau so ist wie du es sagst.

      Altersgeld gibt es nur für die, die jetzt gehen und auch nur, wenn sie mindestens 5 (Bund 7) Jahre dabei sind und wenn es bei Ihrem Dienstherren diese Regelung gibt.
      Das ist ungerecht aber wohl rechtmäßig. Wie so vieles.

      Alles Gute und einen guten Rutsch!
      Moritz

  5. Ich war ein alter Bundesbeamter und habe nach 35 Jahren den Weg des Altersgeld genommen.ab 01.03.19 bin ich nun frei☺. als erster Gedankengang der zur Entscheidung führte gehörte bei mir eine nüchterne Bestandsaufnahme der pro und contrapunkte die es bei allen Handlungen gibt.die sind natürlich bei jedem unterschiedlich.auf jeden Fall sollte man nichts vom Zaun brechen und zu 100prozent hinter seiner Entscheidung stehen.es ist auch eine Verabschiedung von sagen wir es mal Vollkaskomentalität zu einem neuen Denken.mir tut es jedenfalls gut wieder aktiv sein Leben zugestalten und ich lebe auf. Grüße von Frank

    1. Sehr schön Frank,
      herzlichen Glückwunsch! Absolut ich gebe dir vollkommen recht, es ist total individuell. Prinzipiell bin ich kein Fan davon, mit Pro und Contra Listen zu arbeiten, weil ich eh glaube, dass ich die Listen unterbewusst so schreiben, dass das rauskommt, was ich lesen will. Aber sie sind ein super Wegweiser was man alles beachten muss und worum man sich kümmern muss.
      Wow, 35 Jahre und dann noch kündigen, trotz Altersgeld, das ist echt super, gerade weil sie dir die 15% ja doch abziehen. Genieße die Freiheit – es fühlt sich mit der Zeit immer besser an 🙂
      Gruß Moritz

  6. Hallo miteinander,
    ich bin seit mehr als 20 Jahren verbeamtet und mittlerweile Anfang 50. Mein gesundheitlicher Zustand und mein Frust sagen mir: raus aus dieser Zwangsjacke. Aber ich bin die Hauptverdienerin der Familie. Hat jemand Erfahrung damit, ob es für Grundschullehrerinnen auch im privaten Sektor noch Stellen gibt, ob frau in diesem Alter noch irgendwo sinnvoll arbeiten kann? Wenn ja – wie gehe ich am besten vor? Die Stellenanzeigen der Zeitung gaben bislang nix her … Ich bin für jegliche Tipps dankbar!!
    Herzliche Grüße – Karolina

    1. Hallo Karolina,
      ich kann dir nichts speziell zu Grundschullehrerinnen 50+, sagen aber bei mir persönlich war XING ein super Mittel. Kostenloses Profil anlegen und mit allen Menschen vernetzen, die du kennst. Dort kann man auch nach Stellenanzeigen schauen, genauso wie auf den Job-Seiten stepstone.de und monster.de. Aber noch wichtiger ist denke ich, sein Anliegen nach außen zu tragen und mit den Menschen im Umfeld darüber zu sprechen. Irgendwer kennt irgendwen, der irgendwen kennt … Die Westermanngruppe, die den Antolin machen suchen z.B. auch immer. Und andere Schulbuchverlage und ähnliches.
      Und die generelle Frage ist natürlich, willst du „nur irgendeinen“ anderern Beruf – oder gibt es da eine bestimmte Richtung, in die es dich hinzieht.
      Die Frage nach Hauptverdiener ist natürlich immer so ne Sache. Klar ist, dass der Rubel weiterrollen muss. Gleichzeitig engt diese Verantwortung aber natürlich auch ziemlich ein. Ich bin immer ein Fan davon erstmal „breit und groß zu denken“ und nachher zu schauen, ob und wie man es umsetzen kann.
      Ich wünsche dir viel Erfolg!
      Moritz

  7. Moinsen aus Hessen und danke für diese informativen Seiten!!

    Ich habe eine Frage: wie es mit dem Altersgeld bestellt, wenn man zuerst 5 Jahre in NRW (davon 2 im Referendariat, also auf Widerruf) und dann nahtlos seit 7,5 Jahren in Hessen verbeamtet war bzw. ist?

    NRW hat ja bislang keine Altersgeldregelung. Werden die verbeamteten Jahre gezählt oder gilt da nur die Regelung von Hessen (in diesem Fall)?

    Ich finde dazu nichts gescheites.

    Dank im Voraus von
    Oliver

    1. Moin zurück,
      beim BUND ist es so, dass Landesbeamtenzeiten 1zu1 übernommen werden. Heißt 6 Jahre Landesbeamter und 9 Jahre Beundesbeamter ergeben 15 Jahre Altersgeldanspruch egal ob das Bundesland Altersgeld hat oder nicht (siehe Quelle zum BUND im Text).
      Ich gehe davon aus, dass das bei Bundeslandtausch genauso ist, kann es dir aber natürlich nicht mit 100% Sicherheit sagen. In Hessen hast du mit 7,5 Jahren Anspruch auf Altersgeld. Ich würde sagen das passt. ABER ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR – Ich kann und darf keine Rechtsberatung machen.

      Gruß

  8. Ok, vielen Dank!

    Noch eine Frage – wie ist es denn, wenn die Zeit in NRW Vollzeit gearbeitet wurde, in Hessen aber nur 50%? Geht das ehemals höhere Gehalt irgendwie in die Rechnung mit ein?

    Auch Gruß!

    1. Ginge es um Pension, würde die Jahre, die du 100% gearbeitet hast zu 100% angerechnet werden. Die mit 50% zu 50% usw. Das Gleiche ist es bei Altersgeld. Bei mir ist es z.B. so, dass mir von meinen 12,5 Dienstjahren 10,7 Jahre angerechnet werden. Elternzeit zählt voll, den Rest „verliere“ ich, wegen verschiedener Teilzeitmodelle.

      Bei dir ist es also wichtig, ob du über die fünf Jahre ruhegehaltsfähige Dienstzeit in HE kommst, damit du überhaupt anrecht auf Altersgeld hast. Wie gesagt Elternzeiten zählen voll, Teilzeit in der Elternzeit ggfs. auch, aber normale Teilzeit eben nur zum Teil. Du kannst unter der Quelle, die ich im Text schon verlinkt habe auch einen Antrag auf fiktive Berechnung deiner Altersgeldansprüche herunterladen und stellen. hier

      Wie gesagt, wenn es für deine Planungen entscheidend ist, wann, wie und wie viel Altersgeld du bekommst, solltest du dich unbedingt professionell beraten lassen. Alles was ich schreibe ohne Gewähr 🙂

      1. Ich hab gerade eine Quelle für BaWü gefunden, was die 5 Jahre und Teilzeit betrifft. Sehr cool – das dürfte analog für Hessen gelten.
        hier

    1. Rentenberater – aber natürlich gibt es welche, die sich mit „Beamtendgedöns“ auskennen und welche, die nicht. Ich würde mal in deiner Region googeln und zwei drei Berater anrufen.

      Je nachdem wie sicher du dir aber mit der Kündigung bist, kannst du auch einfach den Antrag auf Berechnung deiner Altersgeldansprüche stellen. Es ist ja nicht so, dass da gleich jemand bei deinem Chef’in anruft und dich verpetzt. Und wenn?

  9. Hallo Moritz,

    danke für die sehr informative Seite zum Thema Altersgeld. Ich bin seit knapp 20 Jahren in Niedersachsen verbeamtet und beschäftige mich gerade mit dem Thema Kündigen. Ich war bisher noch bei keinem professionellen Berater, sondern befinde mich noch im „Google“ Stadium. Wie hast du das denn mit der Krankenversicherung gelöst? Kann man irgendwie in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln oder muss ich mich jetzt dauerhaft zu 100% privat versichern?

    1. Hi Alex,
      wie so oft – es kommt darauf an! 🙂
      – Also da ich in die Selbstständigkeit gewechselt bin, war ich bis zur Einkommensgrenze von 17.500€ brutto/Jahr über meine ebenfalls beim BUND verbeamtete Frau zu 70% Beihilfeberechtigt. In Niedersachsen wäre die Einkommensgrenze glaube ich 18.000 €. (Wenn Ehepartner verbeamtet). Die restlichen 30% habe ich selbst gezahlt.
      – Jetzt bin ich in Teilzeit angestellt und daher ganz normal gesetzlich versichert (Anwartschaft auf meine PKV läuft, falls ich später zurück will).
      – Wäre ich jetzt noch 100% selbstständig und würde mehr als 17.500€ brutto/Jahr verdienen, dann müsste ich mich zu 100% selbst versichern.
      – Wechselst du in eine Anstellung bist du bis zu einer Einkommensgrenze von ca. 61.000€ (brutto) und dem Alter von 55 Jahren gesetzlich Pflichtversichert. (Das ist bei mir wegen der Teilzeit der Fall -> gesetzlich Pflichtversichert)
      – Wechselst du in eine Anstellung und bist über der Einkommensgrenze von 61.000€, dann kannst du dich „freiwillig pflichtversicher“ (dieses Wort!). Die Krankenversicherungen müssen dich dann aber nicht nehmen, das hat dann viel mit Alter und Krankenakte zu tun. Dann kannst du dich weiterhin privat versichern, nur halt ohne Beihilfe
      – Bist du über 55 Jahren müssen dich die Kassen auch nicht mehr nehmen.

      So das war der Schnelldurchritt 🙂 … es gibt natürlich noch etliche Extralocken.

      LG Moritz

      1. Vielen Dank für den Überblick in den Krankenversicherungs-Wust. Ich merke schon, dass dies das komplizierteste Kapitel bei mir werden wird. Ich werde mich aber nicht abschrecken lassen 🙂
        Danke auch für die Einladung nach Bonn!

  10. Hallo!
    Ich bin Lehrerin in Niedersachsen und 50 Jahre alt.
    Ich habe bis jetzt 17 Jahre als Beamtin gearbeitet, hab erst in 3 Jahren Anspruch auf eine Angabe zu meinen Pensionsansprüchen. Warum auch immer…
    Ich arbeite seit 13 Jahren in verschiedenen Teilzeiten. Wie berechne ich das?
    Nehme ich die Gehälter der einzelnen Teilzeiten und die entwprechenden Zeiträume, berechne diese einzeln und addiere die dann?
    Was wäre, wenn ich aus der Verbeamtung rausginge und mich selbstständig machen würde?
    Wie viel von meinen Pensionsansprüchen würde ich verlieren???
    Ich habe echt keine Ahnung und davon ganz viel :-)))

    1. Wie berechnet sich die altersgeldfähige Dienstzeit?

      Die altersgeldfähige Dienstzeit berechnet sich genauso wie die ruhegehaltsfähige. Die Jahre in denen du Voll- oder Teilzeit gearbeitet hast werden anteilig aufsummiert. 2 Jahre Vollzeit und 2 Jahre 50% Teilzeit ergeben 3 Jahre. Multipliziert wird das Ganze dann mit deinem letzten ruhegehaltsfähigen Statusamt – wie man so schön sagt. Es zählt also dein letztes Gehalt, wenn du den Dienstgrad lang genug inne hast (in der Regel zwei Jahre).

      Ich hatte in 12,5 Jahren Polizeidienst damit 10,72 Jahre altersgeldfähige Dienstzeit aufgebaut. Und das wird dann irgendwann mal, wenn ich „in Rente“ gehe, mit meinem Dienstgrad-Gehalt A10 multipliziert.

      Die Rechnung dazu findest du weiter oben im Text. Wenn du wissen willst, kannst du dir meinen Bescheid für altersgeldfähigen Dienstzeit hier gerne anschauen. Es ist ein wahrer Flickenteppich an Volllzeit-, Teilzeit- und Elternzeitschnipseln.

      Als Bundesbeamter werden mir noch 15% Altersgeld abgezogen, in Niedersachsen ist das aber nicht so. Du verlierst also 0% deiner jetzt aufgebauten Pensionsansprüche. Es kommen halt nur keine neuen dazu. (Infos für Niedersachsen hier >>>)

      Das gilt natürlich auch, wenn du dich selbstständig machst – hier ist dann eher die Frage der Versicherung interessant, da du ja keine Beihilfe mehr bekommst und die PKV zu 100% selber zahlten würdest.
      Hier käme dann ein Teilzeit-Angestellten-Job ins Spiel, der dich gesetzlich versichert (bis 55 Jahre kannst du leicht wechseln) und deine laufenden Kosten deckt.
      Oder so ähnlich 😊

  11. Großes Lob und Anerkennung für diese Seite!!

    Eine Frage in die Runde:

    Wie verhält es sich denn nach einem Länderwechsel von einem Land ohne in ein Land mit Altersgeldregelung bzw. zum Bund? Bekommt man nach Erreichen der fünf Dienstjahre beim Bund/ im neuen Land sämtliche Dienstjahre angerechnet oder nur die neu geleisteten?

    Wer könnte einem hier eine rechtssichere Auskunft erteilen?

    Danke und Gruß,

    Seb

    1. Hey Seb,
      du musst in dem jeweiligen Land die Anzahl von nötigen Jahren für das Altersgeld haben, dann bekommst du alle Beamtenjahre angerechnet. Ist zumindest beim BUND so. Wenn du 5 Jahre in NRW bist und dann 5 Jahre beim BUND zählen alle 10 Jahre. ALLE AUSSAGEN WIE IMMER OHNE GEWÄHR

      Wenn du es rechtsicher haben willst, dann musst du bei deinem Versorgungsamt (oder wie das bei euch heißt) nachfrage.

      Du kannst mir gerne eine direkt eine Nachricht schreiben um welches Land es geht.

      Gruß

    2. Super! Danke für die Hilfe! Ich denke tatsächlich an ein Modell von Anstellung (noch keine konkrete Idee) und einer Selbstständigkeit.
      Zur Zeit absolviere ich ein Weiterbildungsstudium zur Supervisorin und zum Coach, was in 1,5 Jahren beendet ist.
      Das ist hoffentlich genügend Zeit, einen konkreteren Plan zu entwickeln…

  12. Hallo wieder!

    Ich habe noch ein paar Fragen, bevor es in den nächsten Tagen soweit ist.

    Kann ich die Kündigung formlos einreichen? Muß die dann zu meinem Schulleiter, oder muß ich das an das Schulamt oder gar an das Regierungspräsidium schicken?

    Zusammen mit der Bitte um Entlassung muß ja auch die Inanspruchnahme des Altersgeldes angekündigt werden. Dazu finde ich für Hessen keinen §, den ich zitieren könnte. Und reicht es aus, dieses Schreiben als Anlage der Kündigung beizufügen, oder muß ich das gesondert an den Dienstherren schicken?

    Jetzt, wo es bald soweit ist, frage ich mich, ob ich nicht etwas Wesentliches übersehen oder vergessen habe, was unbedingt vor der Kündigung geschehen muß…..Gibt es da was, was Dir einfällt?

    Lieben Gruß und danke für Deine Hilfe!
    Oliver

    1. Hallo Oliver,

      Glückwunsch! Ich hab damals geschrieben

      hiermit bitte ich zum XX.XX.2017 um Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Bitte teilen Sie mir die weiteren Formalitäten mit.

      und in einer Anlage

      anhängend zum Entlassungsantrag aus dem Beamtenverhältnis vom XX.XX.2017, beantrage ich weiter die Inanspruchnahme der Altersgeldregelung für mich.

      Das an den Schulleiter und als Email eine Kopie an eure Personalstelle (oder wie das bei euch heißt).

      Hast du deine Versicherung geklärt? Dann Feuer frei!

      Und wenn du magst, kannst du uns gerne an deinem Weg teilhaben lassen und einen kurzen Beitrag schreiben.
      Viel Glück auf deinem Weg. Cool was du machst!

      Moritz

  13. Hallo Moritz,

    danke für die viele Mühe, die du dir gemacht hast, echt super! Mich beschäftigt die Frage, ob beim Altersgeld genauso wie bei der Pension erarbeitete Rentenansprüche abgezogen werden? Diese Tatsache ist auch nicht unbedingt allgemein bekannt, ich war jedenfalls sehr erstaunt, als ich bei meinen Recherchen erfahren mußte, daß das bisserl Geld, was ich mir in früherer Angestelltentätigkeit erarbeitet habe, nicht dazu kommt, wenn ich in Pension gehe, sondern abgezogen wird. Sollte dies beim Altersgeld auch der Fall sein, wäre es ja irgendwie Mumpitz.

    LG

    Ursula

    1. Liebe Ursula,
      beim Altersgeld verhält es sich meines Wissens nach nicht so. Du bekommst für die Zeit, in der du verbeamtet warst Altersgeld und für die andere Zeit später Rente. Die Regelung beim BUND spricht allerdings davon: „Beim Zusammentreffen von Altersgeld und Hinterbliebenenaltersgeld mit anderen Einkünften, z.B. Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen oder Renten, werden die Leistungen nach dem Altersgeldgesetz nur bis zum Erreichen bestimmter Höchstgrenzen gewährt.“ Wie hoch diese Höchstgrenzen sind weiß ich allerdings nicht.
      Und zu deiner Frage zu früheren Angestelltentätigkeit, kann ich dir auch nichts sagen. An deiner Stelle würde ich mich da professionell von einem Rentenberater (mit Altersgeldexpertise) beraten lassen. Der kann dir das alles ganz genau und rechtlich sauber sagen.
      Liebe Grüße Moritz

  14. Hallo Moritz,
    vielen Dank für diesen super Artikel. Ich bin gerad dabei meine Entlassung hier in Hessen zu beantragen. (Lehrer). Ich bin erst auf das Altersgeld in deinem Artikel gestoßen und dachte vorher immer es gibt nur die Möglichkeit der Nachversicherung. Also nochmals Danke.

    Ich finde leider nichts wie man das in Hessen am besten macht, eine Auskunft über meine Ansprüche habe ich gestellt, aber das dauert. Hast du eine Idee wo ich etwas zu diesem Thema finde bzw. wie ich den Antrag richtige stelle?

    Oben schreibst du ja, dass es in Hessen anders ist.

    Vielen Dank im voraus

    1. Liebe Maria,
      du kannst den Antrag auf Altersgeldregelung einfach in formlos in deine „Bitte um Entlassung …“ hinein schreiben. Ich hab damals egeschrieben: „anhängend zum Entlassungsantrag aus dem Beamtenverhältnis vom xx.xx., beantrage ich weiter die Inanspruchnahme der Altersgeldregelung [..] für mich. Bitte teilen Sie mir die weiteren Formalitäten mit.“
      Damit gehst du auf Nummer sicher.
      Gruß Moritz

    2. Bzgl. Altersgeldregelung gibt es in Hessen folgenden Ansprechpartner:

      RP Kassel
      Dezernat Beamtenversorgung
      Team 5
      Festsetzung Altersgeld, Hinterbliebenenaltersgeld
      Regelung und Anrechnungen

      0561/106-1301

      Das ist die zentrale Nr. und man wird dann gem. Nachname an den zuständigen SB verwiesen

      Dort teilte man mir mit, dass man keinen gesonderten Antrag stellen braucht, sondern direkt in Zusammenhang mit dem Entlassungsschreiben die Altersgeldregelung geprüft wird. Dies könne bis mehrere Monate nach Entlassung dauern je nachdem wie weit im Voraus man die Entlassung beantragt hat.

      Ein automatische Nachversicherung in der Rentenversicherung würde nicht erfolgen sondern nur auf Antrag, da man davon ausgeht, dass der Beamte sich i.d.R. für das Altersgeld entscheidet sollte ihm das zustehen.

      Dafür empfiehlt sich meiner Meinung nach für die eigene Gewissheit vorab eine fiktive Prüfung bestehender Ansprüche mit dem Vordruck auf der Seite der Bezügestelle.

      rp-kassel.hessen.de

      Der Vordruck kann auf dem Dienstweg oder direkt an das RP geschickt werden.
      Die Folge ist zwar, dass die Personalakte angefordert wird zwecks Prüfung, allerdings weiß man dann schon mal was einen erwartet.

      Ich hoffe ich konnte weiterhelfen.

  15. Hallo Moritz,
    nach nun fast 5 Wochen, nach meiner Bitte um Entlassung kam heute ein Brief, dass dem statt gegeben wird. Ohne Bedenkzeit etc. inklusive ein Hinweis das ich nachversichert werde ??

    Ganz hinten im Brief wird darauf hingewiesen das die Altersruhegeld Reglung geprüft wird, ob mir das zusteht.
    Den Antrag habe ich so gestellt wie beschrieben und ich weiß, dass das richtig war.

    Danke nochmal dafür.

    War das bei Dir auch so, dass mit der Prüfung ?

    Liebe Grüße

    Maria

    1. Liebe Maria,

      Glückwunsch zu deinem Mut.

      Es hat bei mir mehrere Monate gedauert, bis ich meinen Bescheid zum Altersgeld bekommen habe. Das wird bei dir wohl auch noch etwas dauern.

      Ich wünsche dir einen schönen Sommer!

      Moritz

      I

  16. Hallo.

    Ich betrachte als Bundesbeamter die Möglichkeit der Kündigung und Übergang in ein Angestelltenverhältnis.
    Dabei schaue ich mir die Möglichkeiten des späteren frühstmöglichen Rentenbezuges an. Nach meinen Recherchen kann ich Altersgeld erst ab 67 beziehen. Rente mit Abschlägen (mindestens 35 Beitragsjahre, die ich aber nur noch mit Nachversicherung erreichen kann) ist ab 63 Jahren möglich. Wenn ich mit 63 in Rente gehe und dem AltersG – Bezug ab 67 gegenüberstelle, lohnt sich(Bruttosumme der Auszahlungen) in meiner Rechnung Altersgeld erst ab Lebensalter 74.
    Und selbst die bis dahin erwirtschaften Rentenansprüche gäbs erst ab 67, da ich keine 35Jahre in die GRV gezahlt habe.

    Da frühestmöglich aufzuhören Prio hat, wäre meine Wahl Nachversicherung.

    Wäre noch was zu berücksichtigen oder ist komplett ein Denkfehler drin?

    1. Hi Marcus,
      interessante Konstellation und es klingt plausibel, was du schreibst.

      Ich kann dir in diesem Fall weder einen Rat geben, noch darf ich es. Ich empfehle dir da unbedingt die Expertise eines Rentenberaters in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kostet 190 € (netto). Das reicht in vielen Fällen schon aus. Ich glaube das ist bei so wichtigen Fragen eine gut investiertes Geld.

      Gruß Moritz

  17. Hallo wieder!
    Die Entlassung aus dem Beamtentum ist durch, das ist toll!
    Das Altersgeld wurde abgelehnt, weil nur 3 Jahre und 317 Tage in den 7 Jahren geleistet wurden.

    Jetzt können wir klagen…..die Frage ist, wie sinnvoll ist das? Das Urteil aus BaWü haben wir mal unserem Anwalt weitergeleitet, der äußert sich die Tage dazu.

    Weitere Frage: wie groß ist eigtl der Unterschied zwischen Nachversicherung aus 13,5 Jahren zum Altersgeld (aus 7 Jahren Hessen, davor war ja das altersgeldlose NRW)? Ich nehme an, dass selbst bei Bewilligung des Altersgeldes das nur für die 7 Jahre Hessen gilt, und die Jahre in NRW nachversichert werden.

    Gibt es irgendwo Tabellen, wo man die Rentenhöhe ermitteln kann in unserem Fall?

    Danke für jede Auskunft!

    Gruß,
    Oliver

    1. Gratuliere Oliver,
      dass du deinen Weg gehst.

      Zu rechtlichen Fragen, kann ich hier leider keine Stellung beziehen. Es wäre sehr interessant zu erfahren, was dein Anwalt dazu sagt.

      Zum Thema Nachversicherung / Altersgeld: Nach meinem Verständnis (OHNE GEWÄHR) nimmst du deine Versorgungsansprüche mit zum neuen Dienstherren. Das Altersgeld würde dann für die gesamte Zeit anfallen. Beim BUND steht eine solche Regelung auch in den Infobroschüren. Bei HE habe ich es nicht explizit gefunden.

      In deinem Fall kann es auch Sinn machen, sich nachversichern zu lassen, aber das kann dir leider keiner so pauschal beantworten.

      Ich würde dir auf jeden Fall raten Kontakt mit einem Rentenberater aufzunehmen und das ganze für dich mal durchrechnen zu lassen. Erstberatung (hab ich damals gemacht) sind 190€, durchrechnen lassen ungefähr noch mal so viel. Das sollte es einem Wert sein, dass man dann belastbare Aussagen hat.

      Wenn du dir das selbst ausrechnest, dann weißt du ja doch nicht ob das am Ende stimmt. wichtig ist, dass sich der Rentenberater mit Altersgeld und Beamtenversorgung im Allgemeinen auskennt, viele kennen das nicht, weil es (noch) nicht so populär ist. Aber das kann man ja sehr leicht beim ersten Telefonat erfragen.

      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
      Moritz

  18. Danke! Hast du einen Link zu diesen Infobroschüren? Das würde meinen Anwalt vmtl. interessieren. Der findet den Fall interessant und auch das Urteil aus BaWü. Wir haben jetzt gegen das Land Hessen Klage eingereicht.

    Interessant ist an dieser Stelle, dass vor ein paar Tagen die Aufforderung vom RegPräs Kassel gekommen ist, die Unterlagen zur Nachversicherung auszufüllen.
    Der Anwalt hat ein wenig recherchiert, und uns dann dringend davon abgeraten. Wenn man das tut, erlischt jeder Anspruch auf Altersgeld, weil man ja die Nachversicherung quasi bestätigt hat.

    Das ist ein mieser Trick in meinen Augen. Vllt. kannst Du darauf in deinem Haupttext auch nochmal hinweisen?

    Grüße,
    Oliver

  19. Hallo, mal wieder eine Frage 🙂

    nach meiner Entlassung aus dem Beamtenverhältnis , habe ich nochmal eine Frage. Ich habe ein Stundenkontingent Konto. Darauf sind 3 Monate an zuviel geleisteter Arbeitszeit , die wollte ich mir auszahlen lassen. Jetzt habe ich einen Brief bekommen , dass ich Pech habe und das die Stunden verfallen sind. Hätte ich nicht „Gekündigt“ und würde in Pension gehen, hätte ich den Anspruch noch. Ist das okay so ?

    Grüße

    Maria

    1. Liebe Maria,
      das klingt in der Tat sehr hart. Aber ich kann hier auch nur googeln und spekulieren. Bei der hohen Anzahl an Überstunden würde ich unbedingt einen Anwalt für Arbeits-/Beamtenrecht hinzuziehen.
      Alles Gute Moritz

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