In diesem Beitrag betrachten wir unseren Beruf aus verschiedenen Perspektiven. Nicht mehr Contra- gegen Pro-Argumente, sondern umfassender bzw. ganzheitlicher. In welchem Bereich liegen denn unsere Probleme? Was ist gut an unserem Beruf und warum wollen wir ihn vielleicht trotzdem nicht mehr haben?

Ist es der Beruf der uns stört, oder ist es das Drumherum. Und was müssen wir machen, damit das, was uns stört, verschwindet. All diesen Themen widmen wir uns in einer vierteiligen Serie. Heute beginnen wir mit den 4 Perspektiven. Sie helfen dir bei der besseren Beurteilung deiner beruflichen Situation.

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Ich wette, du kennst den folgenden Dialog:

„Du hast einen sicheren Job, da wären andere Leute froh drum!

„Ja, aber ich will selbst bestimmen dürfen.“

„Es wird gut bezahlt, das musst du draußen erst mal verdienen.“

„Ich sehe aber einfach keinen Sinn in meiner Arbeit!“

„Was ist mir Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Da müssen andere Menschen für kämpfen.“

„Ja, alles richtig! Aber es befriedigt mich nicht!“

„Ach, du mit deinen Träumereien. Das Leben ist kein Ponyhof!“

Es ist egal, ob du dieses Gespräch mit dir selbst führst oder mit jemand anderem. Der Ablauf ist immer gleich. Beide Parts reden eine Zeit lang über ein bestimmtes Thema. Und so richtig kommen sie auf keinen grünen Zweig.

Sie reden immer weiter aneinander vorbei und je länger das Gespräch dauert, desto mehr reagieren beide mit Unverständnis auf den anderen.

Doch was passiert hier gerade? Was ist das Problem? Warum klappt hier keine Verständigung?

Nun, vielleicht wirst du mir Recht geben, wenn ich behaupte, dass beide über vollkommen unterschiedliche Dinge sprechen. Auf der einen Seite werden nur rationale Merkmale wie Arbeitsverhältnis, Gehalt und Teilzeitmodell genannt. Und der andere Part argumentiert mit emotionale Werten wie Erfüllung, Selbstbestimmung und Sinn. Und das kann beides ziemlich unterschiedlich sein.

Dieses Gespräch kann noch Stunden so gehen. Am Ende sind beide frustriert: “Warum kapierst du es denn einfach nicht?”.

So was ist schon schlimm, wenn es um ein Gespräch mit einem anderen Menschen geht. Richtig übel wird es aber, wenn du selbst diesen Inneren Dialog wieder und wieder durch den Fleischwolf drehst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, so etwas laugt dich total aus.

Und die ewigen Zweifel: Soll ich? Soll ich nicht? Die machen dich fertig!

Aber wir – du und ich – wir sind ab heute schlauer!

Wir machen das anders. Wir betrachten nämlich ab heute deinen Beruf ganzheitlicher. Also von beiden Seiten – nein, besser gesagt von allen vieren!

Ja genau! Und zwar …

Aus vier Perspektiven:

  • Deine Persönlichkeit: dein Charakter, das was du fühlst, was du willst und deine Werte.

Frage: Passt dein Beruf zu deiner Persönlichkeit und deinen Überzeugungen?

  • Das Miteinander: welche Kultur herrscht bei dir in der Arbeit vor? Wie ist die Wertschätzung? Wie wird mit Konflikten umgegangen?

Frage: Passt du in deine „Firmenkultur“ in dein Team usw.?

  • Dein Verhalten / Deine Jobbeschreibung: Wie handelst du? Was kannst du gut? Wie ist dein Auftreten?
    Aber auch, was muss man in deinem Beruf können? Was sollst du dort tun? Wie würdest du deinen Job von außen beschreiben?

Frage: Passt dein Beruf zu deinen Fähigkeiten? Was hast du für einen Beruf?

  • Die Struktur: wie ist das System aufgebaut? In welchem Rahmen läuft Kommunikation ab (Email, Treffen, direkt, indirekt, hierarchieübergreifen)? Welche Hierarchieebenen und Abhängigkeiten gibt es?

Frage: Passt dieses System zu deiner Persönlichkeit?

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Anmerkung: Am Beispiel Fähigkeiten kann man gut zeigen, dass die Übergänge der Perspektiven fließend sind. Geht es um die von außen sichtbaren Fähigkeiten (du kannst gut / nicht gut vor Gruppen sprechen; du kannst fließend Spanisch; du bist eine Sportskanone), dann ordnen wir das Perspektive 3 (außen/individuell) zu.

Geht es aber um Fähigkeiten, wie auf sein Inneres zu hören, Lernbereitschaft, Empathie, also um Fähigkeiten, die das Innere betreffen, dann ordnen wir sie Perspektive 1 (innen/individuell) zu.

Wenn ich im Weiteren von Fähigkeiten spreche, dann meine ich damit die (sichtbaren) Fähigkeiten der 3. Perspektive.

Vier-Perspektiven

Die beiden rechten Perspektiven (3 und 4) sind also die rationalen Perspektiven, die von außen beobachten. Die beiden linken Perspektiven (1 und 2) zielen auf das emotionale Innenleben.

Die oberen Perspektiven (1 und 3) betrachten das Individuum (dich oder deinen Job), die unteren beiden (2 und 4) das Kollektiv bzw. das System.

Bestimmt erkennst du leicht, wie in unserem Anfangsbeispiel also die rationale Perspektive 3 (rationale Beschaffenheit des Berufes) gegen die emotionale Perspektive 1 (subjektive Erfüllung des Einzelnen) argumentiert hat. Und genau das hat zu dieser Sackgassenkommunikation geführt.

Beachte alle vier Perspektiven

Diese vier Perspektiven sind an dem 4 Quadranten-Model von Ken Wilber angelehnt. Es besagt, dass man jedweden Lebenssachverhalt, jedwedes Problem oder jede Frage unter diesen vier Gesichtspunkten (innen – außen; individuell – kollektiv) sehen kann.

Dabei gilt, dass alle vier Perspektiven die gleiche Berechtigung haben und Störungen in einem Bereich auch immer Auswirkungen auf die anderen Bereiche haben. Nicht alle Perspektiven sind immer gleich wichtig, aber wir sollten alle beachten.

So, das war’s jetzt auch mit dem theoretischen Teil. Schauen wir uns zunächst lieber an, was das so bringt und wie das so bei mir war:

Wie ist das bei mir?

Als kleiner Rebell fange ich jetzt nicht bei eins an, sondern bei drei. Einfach so, weil ich es kann.

Dritte Perspektive (außen / individuell)

Aus dieser Perspektive passt mein Job als Kriminalbeamter super zu mir. In meinem Bereich konnte ich relativ selbstständig arbeiten. Ich hatte immer mal Einsätze, konnte in Teilzeit arbeiten und Elternzeiten nehmen. Ich habe alle Vorteile, die das Beamtenleben so mit sich bringt, genossen (siehe auch 4. Perspektive).

Auch anders herum hab ich gut zu dem Job gepasst. Ich hab eine schnelle Auffassungsgabe, bin korrekt, wenn es darauf ankommt, kann aber auch Fünfe gerade sein lassen, wenn es nicht darauf ankommt. Ich kann mich gut auf mein Gegenüber einstellen und bewege mich selbstsicher quer durch die Hierarchien.
Ich könnt jetzt weiterschreiben aber es ist nicht nötig, weiter lauter Vorteile aufzuzählen.

Denn aus dieser dritten Perspektive heraus gibt es auch so schon ein klares Doppel-Plus (++). Der Beruf des Polizisten allein betrachtet passt objektiv gesehen perfekt zu mir und meinen Fähigkeiten. Obendrauf noch die ganzen Vorteile, die das Beamtendasein bringt. Aber die sparen wir uns jetzt.

Zweite Perspektive (innen / kollektiv)

Betrachten wir nun diese Perspektive, die Kultur und das Miteinander in meiner Organisation.

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen war meistens gut. Prinzipiell sind alle nett und höflich zueinander. Formen von offenem Mobbing habe ich selbst nicht erlebt (Ich will aber nicht sagen, dass es das nicht gibt). Auch die Gemeinschaft als „Polizeifamilie“ war gut. Wer wusste, wo er fragen muss, der hat seine Sachen oft auch auf dem kleinen Dienstweg geregelt bekommen.

Unter der glänzenden Oberfläche kann man aber viele Probleme nicht abstreiten. Leute, die nicht so gut ins System passen „sollen schon mal weg“. Konflikte wurden nicht offen ausgetragen, sondern waren häufig unter der Oberfläche verkrustet.

Die anderen Bereiche waren „Idioten“, wer zu viel seines Innenlebens preisgab im Zweifel ein „Weichei“, usw. Es gab auch Neid und Missgunst unter Kollegen. Und es gab einen Riss zwischen Führungs- und Sachbearbeiterebene. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Sachbearbeiter von den höheren (!) Führungsebenen wertgeschätzt werden.

Im Prinzip wird jeder Mitarbeiter immer nur mit der nächstmöglichen Beförderung, mit der nächsten Leistungsprämie, mit dem nächsten Zuckerle ruhiggestellt. Wirkliches Interesse, warum jemand unzufrieden ist, und dann auch daraus resultierende Maßnahmen habe ich praktisch nie erlebt.

Aus der zweiten Perspektive gebe ich daher allenfalls ein neutral (0) Tendenz zu minus. Wir waren ein gutes Team. Betrachtet man aber die „Firmenkultur“ insgesamt, gibt es auch deutliche Kritikpunkte.

Vierte Perspektive (außen / kollektiv)

Betrachten wir die Struktur des Systems.

Was soll ich sagen? Ich habe in einer starren hierarchischen Struktur, nämlich dem öffentlichen Dienst, gearbeitet.

Im Durchschnitt konkurrieren etwa vier Mitarbeiter um eine Sprosse etwas weiter oben auf der Karriereleiter. Pro Gewinner gibt es also drei Verlierer.

So etwas wie Selbstverantwortung gibt es nicht wirklich. Es wird zwar propagiert, aber in Wirklichkeit darf man nur absolut irrelevante Entscheidungen selber treffen, oder welche die andere nicht treffen wollen.

Fast alles, was die unteren Ebenen an Kritik oder Warnungen nach oben melden, wird solange verwässert, bis oben nichts mehr ankommt. Erst wenn es brennt, herrscht plötzlich Aktionismus und die Suche nach Schuldigen beginnt.

Sinnvolle Restrukturierungen oder bereichsübergreifende Zusammenarbeit wird unterdrückt oder zumindest stark beschränkt, da jedes Organisationskästchen zunächst an das eigene Wohl denkt.

Wenn man dem System überhaupt etwas Gutes abgewinnen will, dann natürlich die Sicherheit für alle Seiten (Zuständigkeiten, Lebzeitverbeamtung …). Jeder weiß, was er hat und dass das die nächsten dreißig Jahre und darüber hinaus so bleiben wird.

Dem System und damit der vierten Perspektive gebe ich ein Doppel-Minus (–). Ich finde dieses System katastrophal. Es zerstört mit der Zeit jede Art von Kreativität und Eigenmotivation seiner Mitarbeiter. Die ganzen Beamtenvergünstigungen gibt es nur, um die Leute überhaupt in dem System zu halten.

Es ist im wahrsten Sinn des Wortes der berühmte Goldene Käfig, in dem wir sitzen.

Erste Perspektive (innen / individuell)

Und was sage ich selbst dazu?

Meine Motivation zur Polizei zu gehen war damals, einen spannenden Beruf zu haben und etwas Sinnvolles zu tun. Und ich halte den Polizeiberuf auch nach wie vor für sinnvoll. Ein Staat muss sich wehren können auch wenn man über die Ausgestaltung sicherlich trefflich streiten kann.

Wie schon gesagt, hat der Polizeiberuf von meinen Fähigkeiten her auch super gepasst. Allerdings bin ich jemand, der eher zukunftsorientiert und selbstverantwortlich denkt. Und (Kriminal-)Polizei ist per se vergangenheitsorientiert und fremdbestimmt. Das wäre aber alles noch okay gewesen. Ich hab mir immer Arbeitsbereiche gesucht, in denen ich einigermaßen selbstständig arbeiten konnte.

Was mich aber wirklich runter gezogen hat und was ich irgendwann nicht mehr akzeptieren konnte, waren die bereits beschriebenen Auswirkungen des Systems und des Miteinander. Ich habe irgendwann keinen Sinn mehr darin gesehen, in so einem riesigen schwerfälligen System zu arbeiten und es durch mein Tun oder Unterlassen zu unterstützen.

Es hat meinem Inneren widersprochen, Entscheidungen anderer dadurch mitzutragen, dass ich sie ausführe, auch wenn ich dagegen bin. Ich wollte mich nicht mehr um die korrekte Einhaltung von Norm 87-63 und irgendwelchen Berichtspflichten kümmern.

Und ja, ich will immer noch etwas Sinnvolles machen. Nur glaube ich mittlerweile, dass es für mich hunderte geeignetere Wege gibt, als das zu tun, was ich da gemacht habe.

Wenn ich aus dieser 1. Perspektive eine Bewertung vergeben müsste, dann würde ich ein (-) vergeben. Ja, der Polizeiberuf ist sinnvoll, nur so wie ich ihn erlebt habe, hat er mich nicht mehr erfüllt. Für mich ist es Zeit, zu gehen und mir etwas anderes zu suchen, bei dem ich Spannung und Sinn finde.

***

Didaktisch wertvoll habe ich jetzt “rein zufällig” mit dem für mich entscheidenden Punkt geendet. Der wichtigste Punkt für mich ist, dass ich in meiner Arbeit keine Erfüllung mehr sehe. Ich will mehr! Das was ich hab, reicht mir nicht mehr!

Nicht alles was man tut, muss immer Erfüllung bringen. Ich bin auch kein Sinnsuch-Fanatiker. Ich mach gerne auch den ganzen Verwaltungskram, wenn es einer guten Sache dient. Aber insgesamt habe ich genau das nicht mehr gesehen. Es war in meinen Augen einfach zu viel Nonsens dabei.

Was bringt das jetzt?

Was ist jetzt passiert? Wieso hab ich das gemacht? Ich habe meinen Beruf aus vier Perspektiven beleuchtet. Rational und emotional und gleichzeitig individuell und kollektiv. Was hat uns das gebracht?

Erinnerst du dich an das Einführungsbeispiel, da haben die Perspektive drei und eins gegeneinander diskutiert und vollkommen aneinander vorbeigeredet.

Das kann mir nicht mehr passieren, denn wenn mir jemand aus der dritten Perspektive die Vorteile meines Jobs erzählt, muss und werde ich nicht widersprechen. Im Gegenteil, ich hab selbst ein Doppel-Plus (++) vergeben. Ich kann also sogar voll und ganz zustimmen. Wir könnten sogar zusammen ein Loblied oder was auch immer anstimmen … und danach kann ich erklären, warum ich trotzdem kündige (oder gekündigt habe).

Ob der andere mich dann versteht, ist seine Sache (Wenn er nur aus der 3. Perspektive denken kann, wird er das wahrscheinlich nicht). Aber ich kann ihn und vor allem mich selbst verstehen.

Ich kann jetzt auch viel besser die Vorteile meines Berufes wertschätzen: „Ja, für mich als jungen Familienvater waren die Möglichkeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf herausragend. Ja der Polizeiberuf an sich hat Spaß gemacht!“.

Nein, es waren keine „weggeworfenen Jahre!“

Das kann ich jetzt mit voller Überzeugung sagen.

Genauso überzeugend – und ohne schlechtes Gewissen – kann ich jetzt aber auch meine Gründe für die Kündigung vortragen. Ich bin nicht zwischen Vor- und Nachteilen hin- und hergerissen. Im Gegenteil, ich kann ganz klar beschreiben, was gut und was schlecht war.

Ausgesehen hat das bei mir also ungefähr so:

Vier-Perspektiven-II

Und bei dir?

Hast du auch schon oft über die Nachteile deines Jobs nachgedacht. Und dann versucht, mit den Vorteilen abzuwiegen? Kennst du solche inneren Streitgespräche wie unser Einführungsbeispiel? Hat dich schon mal jemand von dem Unsinn deiner Kündigungsgedanken zu überzeugen versucht und nur aus der rationalen Perspektive heraus argumentiert:

“Sei doch vernünftig – denk doch mal deine Beamtenpension!” oder ähnliches?

Fühlst du dich sogar manchmal schuldig, weil du die Vorteile zwar siehst, sie dir aber keine Erfüllung mehr bringen?

Jetzt nicht mehr! Damit ist jetzt Schluss!

Denn genau wie ich es eben anhand meines Berufs beschrieben habe, kannst auch du den deinigen jetzt unter diesen vier Perspektiven betrachten.

Dabei geht es nicht darum, Punkte zu verteilen, nachher den Durchschnitt zu errechnen und dann zu einem Ergebnis zu kommen. Es geht darum, deine Situation erst einmal ganzheitlich zu betrachten und am Schluss nach „Innen“ zu gehen und dich zu fragen ob es das noch ist.

Mit welcher Perspektive du dabei anfängst, ist dir überlassen. Ich finde die dritte Perspektive am leichtesten, vielleicht bietet sich diese also an. Aufgehört hab ich mit der ersten Perspektive, weil genau hier bei mir der Hase im Pfeffer liegt. Das kann aber bei dir auch wieder anders sein.

Du kannst dafür gerne mein 17 seitiges 4-Perspektiven-Workbook mit Fragen, Erklärungen und Hilfestellungen benutzen oder du malst dir das Ganze selbst auf ein Blatt Papier. Melde dich dafür einfach hier an.

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Und dann beurteile deine Situation anhand der 4 Perspektiven. Vergib ruhig Punkte, so wie ich das gemacht habe. Die Skala ist dabei natürlich vollkommen willkürlich. Egal ob von ++ zu — oder von einem zu fünf Sterne oder eins bis zehn; es kommt am Ende nicht darauf an, wo wie viele Punkte stehen. Nur die Tendenz ist wichtig.

Und natürlich sind die Zusammenhänge wichtig. Wie beeinflussen sich die verschiedenen Perspektiven untereinander. Warst du vielleicht mal innerlich von deinem Job überzeugt (so wie ich) und bist es jetzt nicht mehr. Warum? Wo liegen die Probleme? Was hat dich dazu gebracht?

Oder hast du vielleicht damals einfach den falschen Beruf gewählt und er passt gar nicht zu dir (3. Perspektive)? Wie erlebst du die “Firmenkultur”? Und was denkst du über die Struktur und das System (oder besser die Systeme) in dem du arbeitest?

Fang an, deinen Job unter die Lupe zu nehmen. Und schaue, wie sich bei dir die vier Perspektiven beeinflussen.

Ein paar Beispiele:

Bei mir war es so, dass mich der Umgang mit den Mitarbeitern (2. Position) und das starre System (4. Position) so massiv gestört haben, dass meine Überzeugung und Motivation (1. Position) ins bodenlose gestürzt sind.

Es können aber natürlich vollkommen andere Konstellationen dabei herauskommen. Und die jeweiligen Lösungsansätze können dann auch vollkommen unterschiedlich aussehen.

Beispiel eins: Du bist ein junger Lehrer und merkst, dass du einfach keine fremden Kinder (2. Position) magst (1. Position). Es fällt dir einfach schwer, in ihnen das Gute zu sehen. Eigentlich bist du nur noch genervt. Vorne zu stehen und anderen etwas beibringen, kannst du aber richtig gut (3. Position). Vielleicht wäre Erwachsenenbildung oder Trainer was für dich.

Beispiel zwei: Oder anders, du bist Lehrerin und merkst, dass dir das Unterrichten einfach gar nicht liegt. Du magst es nicht (1. Position) und daher kannst du es auch nicht (3. Position). Du schreibst aber total gerne und machst Musik (auch 1. und 3. Position). Kinder magst du. Vielleicht findest du irgendwo etwas, wo du deine Schreibaffinität und deine pädagogische Ausbildung verwenden kannst. (z.B.: Schulbuchverlag, Lektorin, Schreibbüro, Werbetexten oder was weiß ich!) und kannst gleichzeitig Kindern Musikunterricht geben.

Beispiel drei: Du bist Polizist und wirst auf deiner Dienststelle gemobbt (2. Position). Den Beruf willst du wegen seiner Vorteile (3. Position) eigentlich nicht aufgeben und auch mit dem System (4.Position) hast du kein Problem. Vielleicht wechselst du einfach die Dienststelle (3. Position). Auf jeden Fall musst du an deinen Selbstbehauptungskräften (1. und 3. Position) arbeiten. Sonst passiert dir das dort irgendwann wieder.

Du siehst, die Ergebnisse einer solchen Betrachtung können vollkommen unterschiedlich ausfallen. Und genauso unterschiedlich müssen dann auch die Lösungsansätze sein. Niemand kann hier pauschal einen Tipp geben, was jetzt genau das Richtige wäre. Und nicht immer muss am Ende dann die Kündigung stehen! Vielleicht finden wir einen viel besseren Weg.

Aber wenn dir selbst klar ist, in welchen Bereichen für dich die Probleme auftreten, dann kannst du darauf auch zielgerichtet reagieren. Nur zu sagen, ich bin Lehrer / Polizist / Verwaltungsbeamter und ich bin unzufrieden, reicht einfach nicht. Was macht dich unzufrieden?

Mein Workbook: “Was stört dich überhaupt?”, unterstützt dich bei diesen Fragen. Du kannst es dir gratis herunterladen.

Hau den ersten Stein um und schau durch alle Perspektiven!

Moritz

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