was-wäre-wenn

Was würdest du tun, wenn … ?

Gehörst du auch zu den Menschen, die nicht wissen, was sie “eigentlich wollen?”. Oder es zwar wissen, aber gut verstecken.

Viele wissen, dass sie weg wollen. Nur wohin sie wollen, ist ihnen nicht so klar. Es fällt einem viel leichter, zu sagen, was man nicht will.

Mir ging es genauso! Ich kannte mein “weg von” (was ich nicht mehr will) lange vor meinem “hin zu” (was ich will). Und lange habe ich gedacht, das wäre irgendwie das Gleiche.

Doch das stimmt nicht! Es ist ein riesengroßer Unterschied. Der Weg “weg von” ist schwer und unsicher. Was kommt danach? Ist es nicht doch ganz gut hier? Es kommen doch auch wieder bessere Zeiten!

Der Weg “hin zu” ist leichter und viel klarer. Er ist nicht frei von Hindernissen und schon gar kein Zuckerschlecken. Aber mit einem Ziel vor Augen lässt es sich viel leichter Laufen als ohne.

Beim Entdecken meines “hin zu” haben mir drei Fragen / Aufgaben besonders gut gefallen und geholfen. Diese möchte ich dir gern vorstellen. Sie sind einfach, aber nicht immer leicht zu beantworten – und es lohnt sich, sie sich immer mal wieder zu stellen!

1) Was würdest du tun, wenn Geld und Status (!) keine Rolle spielen?

Eine der Standardfragen, die aber meist ohne den Zusatz „Status“ gestellt wird. Den finde ich persönlich aber besonders wichtig. Denn es geht bei der Berufswahl eben nicht nur um Geld, sondern auch um Status (was auch immer du darunter verstehst).

Also, was würdest du tun, wenn beides nichts mehr zählen würde? Klar, reisen, Urlaub, Hängematte! Aber danach? Wenn du all die schönen Dinge, für die sonst so wenig Zeit bleibt, erledigt hast? Was würdest du dann machen?

2) Was wären deine 5 Leben?

Wenn du noch mal ganz neu wählen könntest – und das nicht nur einmal – sondern fünfmal, was würdest du dann für Leben / Berufe wählen. Lehrer? Holzfäller? Prinzessin? Haiforscher? Bergsteiger …?

Diese 5 Leben können total unterschiedlich aussehen und es können auch mehr als 5 werden. Was fällt dir spontan ein und warum würdest du die einzelnen Leben wählen? (Diese Frage von Barbara Sher, hat noch eine zweite Ebene, auf die ich in einem extra Artikel eingehen werde.)

3) Wie sieht dein idealer Tag aus?

Beschreibe deinen idealen Arbeitstag (nicht Urlaubstag). Wann und wo stehst du auf? Was machst du zuerst und wo arbeitest du? Wie und mit wem arbeitest du? Und was arbeitest du? Bei dem “was” hilft es, unkonkret zu bleiben. Du musst dich hier nicht auf ein bestimmtes Berufsfeld festlegen. Vielleicht hast du sogar nur eine vage Vermutung. Es spielt keine Rolle. Wichtiger bei dieser Frage ist das “wie will ich arbeiten”.

***

Du merkst sicher: keine dieser Fragen bringt dich direkt zu deinem Traumjob. Sie bringen dich vielmehr dazu, über das “wie und warum will ich …” nachzudenken.

Damit löst du dich vom alltäglichen “was will ich nicht?” und “was kann ich denn statt dessen machen?”. Das sind Scheuklappen-Fragen, die den Fokus sofort in eine bestimmte Richtung lenken.

Diese drei Fragen sind hingegen offen formuliert. Sie lassen die Gedanken und Phantasien schweifen und bringen dich spontan über die Grenzen deines alltäglichen Lebens hinaus. Sie sind schrankenlos, ohne in reine Träumerei abzugleiten. Sie öffnen den Goldenen Käfig.

Beantworte die Fragen am besten mit Block und Bleistift. Es lohnt sich! Ich habe sie auch beantwortet und fand das sehr befreiend und motivierend.

Hau den ersten Stein um und stell dir die Fragen!

Moritz

2 Kommentare zu „Was würdest du tun, wenn … ?“

  1. Hallo Moritz,

    du formulierst die Frage „wie sieht dein idealer Tag aus?“. Kommen denn deine Tage im neuen Umfeld dem deines Geschriebenen von damals sehr nahe?

    LG Judith

    1. Hallo Judith,
      Vielen Dank für diese super Rückfrage! Ich will sie gerne beantworten.

      Meinen idealen (Arbeits-)Tag habe ich vor vielen Monaten mal aufgeschrieben und jetzt extra rausgekramt. Ich gebe ihn mal verkürzt wieder:

      … Wenn die Familie weg ist, schreibe oder konzipiere ich zwei Stunden lang. Danach habe ich Zeit zum organisieren. Nach der Mittagspause fahre ich mit dem Fahrrad in die Firma und wir besprechen die nächsten Wochen. Wenn meine Familie wieder zurück ist, bin ich auch da. Wir machen Sport, sind draußen oder pflegen den Garten. Abends hab ich Zeit zum Lesen oder für die Familie. Alle paar Tage coache ich. Alle paar Wochen gebe oder besuche ich ein Seminar. Jedes Jahr mache ich zwei längere Urlaube. …

      Bis zu diesem idealen Tag ist es noch ein weiter Weg. Vielleicht werde ich ihn nie erreichen oder ändern oder vergessen. Aber darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an, mir klarzumachen, was die Kernpunkte sind. Bei mir: Zeit für Arbeit, Familie und für mich. Selbstbestimmung. Abwechslung. Regelmäßige Auszeiten.
      Das sind die Dinge, die mir wichtig sind. Wenn ich die verwirklichen kann, ist es fast egal “als was ich arbeite”. Dann kann ich in einem Projektbüro arbeiten oder als freier Schriftsteller, mit Kindern oder mit Sinnsuchenden, als Wanderführer oder als bloggender Coach. Hauptsache ich bewege mich in diese Richtung. Und das tue ich!

      Das ist das, was ich mit offener Frage meine. Solche “Gedankenspiele” erweitern die Rahmengröße. Ich denke immer öfter nicht mehr von einem Tag auf den nächsten, sondern eher in Jahren, manchmal in Dekaden. Und dann sind ein zwei Jahre mit weniger Einkommen plötzlich nicht mehr relevant. Denn es geht um mehr als das. Das gelingt mir nicht immer. Aber immer öfter!
      Das Gleiche mit der Frage: “… wenn Geld keine Rolle spielt?”. Geld spielt eine Rolle!!! Aber was würdest du machen, wenn nicht …? Was wäre dann das 10-Jahres Ziel?

      Danke für deine Nachfrage! Es hat Spaß gemacht, das noch mal selbst zu reflektieren.
      Liebe Grüße

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