Viele Menschen mit Berufswechselgedanken fragen sich, wie sie an interessante Stellenangebote kommen sollen.

Im Internet oder auf Jobbörsen suchen ist anstrengend, in Zeitungen zu blättern keine wirkliche Alternative mehr und im Bekanntenkreis herumzufragen, zwar absolut zu empfehlen aber auch nicht immer leicht und nicht sofort erfolgreich.

Egal ob du auf Jobsuche bist oder nicht, es macht immer Sinn sich ein XING-Profil anzulegen: Du bleibst in Kontakt mit Leuten, findest neue interessante Menschen und kannst von Inhalten von für dich relevanten Gruppen profitieren.

Ich habe nach meiner Neuorientierung innerhalb von 8 Monaten 3 „Spitzenjobs“ bekommen, bzw. hätte sie bekommen können, wenn ich gewollt hätte. Wie ich das gemacht habe?

Mit XING – und es war deutlich einfacher als ich gedacht habe.

Ich mache keine Werbung für XING und bekomme keine Provision, ich gebe dir einfach nur Tipps, wie du XING für dich nutzen kannst und wie ich es gemacht habe.

Hier meine 7 Tipps dazu:

1.     Lege dir ein aussagekräftiges XING Profil an.

XING ist der Basis-Version kostenlos und benötigt kaum Pflege. Weder musst du die ganze Zeit präsent sein, noch wirst du gezwungen, ständig irgendwelche Inhalte zu teilen oder Postings abzugeben.

Lediglich das Anlegen eines aussagekräftigen Profils bedarf initial ein wenig Aufwand.

Leg dir ein Profil mit einem Lebenslauf und deinen Stationen an. Du musst nicht alles im Detail aufführen, solltest aber auch nicht zu grob bleiben. Im Idealfall listest du mindestens 3-4 Stationen in deinem Lebenslauf auf.

Dann verteilst du für dich wichtige und aussagekräftige „Ich biete“ und „Ich suche“ Kriterien (danach suchen Firmen und Recruiter – siehe unten).

Auch bei den Fremdsprachen, bei Ausbildung, Qualifikation und Organisationen gilt:  Klotzen statt kleckern.

Achte darauf, dass du ein schönes Profilbild hast. Es muss kein klassisches „Bewerbungsfoto“ sein, aber auch nicht unbedingt das letzte Urlaubsbild.

Wenn du magst kannst du dir hier gerne mein XING-Profil anschauen. Bei meiner BKA-Tätigkeit hätte ich sicher mehr differenzieren können. Da ich aber inzwischen als Scrum-Master und Agile Coach und nicht als Ex-Kriminalbeamter wahrgenommen werden will, habe ich den Fokus auf andere Fähigkeiten/ Ausbildungen gelegt.

2.     Stelle deine Privatsphäre für dein XING-Profil ein

XING ist vom deutschen Verlagshaus Burda entwickelt, also keine ganz so krasse Datenkrake, wie amerikanische Netzwerke. Trotzdem solltest du hier einige Einstellungen vornehmen:

Klicke dazu auf deiner Profilseite oben rechts auf das kleine Zahnrad und dort auf Einstellungen.

Lies dir die verschiedenen Einstellungen und „Privatsphäre“ durch. Sei nicht zu restriktiv, du willst ja gefunden werden, aber natürlich muss man auch nicht alles preisgeben.

Ich zeige zum Beispiel allen meine Kontaktliste und auch einige meiner Gruppen.

Wichtig sind die Einstellungen unter „Aktualisierungen“. Hier stellst du ein, was deinen Kontakten an Profil-Änderungen angezeigt wird (z.B. wenn du etwas an deinem Profil veränderst). Mich nervt es, wenn ich angezeigt bekomme, dass andere ihre „ich-biete-Liste“ oder „Visitenkarten-Daten“ aktualisiert haben. Deshalb stelle ich all das für mich auch aus. Neue berufliche Erfahrungen oder Kontakte anzuzeigen, macht da schon mehr Sinn. Aber welcher News-Seite oder welchem Unternehmen ich folge, dass ist für andere wirklich irrelevant, oder?

Nach einige Minuten hast du die wichtigsten Einstellungen überblickt und kannst dich um die interessanteren Dinge kümmern.

3.     Verknüpfe dich mit deinen Bekannten auf XING

Jeder von uns kennt Menschen, die auf XING sind. Seien es direkte Bekannte, Freunde von früher oder ehemalige Kollegen. Nutze einfach die Suchfunktion und brainstorme ein wenig herum. Es kommt nicht darauf an, dass du alle diese Menschen wirklich gut kennst oder magst, sondern dass du initial einige Kontakte hast. Verwaiste Profile mit nur wenigen Kontakten wirken alles andere als attraktiv.

Da du in der Basis-Version keine Nachrichten an nicht-verknüpfte Personen schreiben kannst, solltest du der anderen Person zumindest namentlich bekannt sein. Ich nehme zum Beispiel in der Regel keine Kontaktanfragen von Menschen an, die ich nicht kenne, da es leider auch auf XING Spam-Profile gibt, die dich nachher mit irgendeinem Müll zuschütten.

XING erleichtert dir das Verknüpfen indem es dir immer wieder Kontakte deiner Kontakte vorschlägt, nach dem Motto: „Kennen Sie auch…?“. Nach ein bisschen Recherche und immer mal wieder durchscrollen deiner Kontaktvorschläge, hast du dann sicher eine gute Basis an Kontakten zusammen.

Jetzt beginnt der eigentliche Nutzen von XING:

4.     Lass dich Ansprechen

Es gibt in XING eine Profileinstellung, die es Recruitern erlaubt, dich anzusprechen und dir Angebote zu unterbreiten. Recruiter sind Menschen, deren Arbeit darin besteht, den Arbeitsmarkt zu durchforsten und geeignete Personen für Stellenausschreibungen oder für Abwerbeversuche zu finden. Man nennt sie auch „Headhunter“. Damit dich diese Menschen aber anschreiben dürfen, müssen deine Einstellungen entsprechend gesetzt sein.

Gehe dazu auf deiner Profilseite unter „Jobwünsche“ (innerhalb deines Profils ziemlich weit oben).

Klicke auf „Jobwünsche hinzufügen“ und achte unbedingt darauf, dass diese Einstellung gesetzt ist.

Wenn du „auf Jobsuche bist“, dann gib das auch an und achte darauf, dass nur Recruiter das sehen dürfen (ist standardmäßig voreingestellt).

Je nach Branche und Profil werden dich jetzt immer mal wieder Recruiter anschreiben. Am Anfang ist das sicher wenig und wenn sie es tun, ist viel Müll dabei, aber manchmal sind auch seriöse und brauchbare Anfragen dabei.

Die Recruite suchen vor allem nach Schlagwörtern. Also in deinem Lebenslauf, aber auch unter „ich biete“, „ich suche“ und „Weiterbildungen“ etc. Achte also beim Erstellen deines Profils darauf. Wenn du beispielsweise ein Seminar für Projektmanagement besucht hast, rein damit. Wenn du einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachgehst, dann auch das. Stell dich bewusst in positivem Licht dar, ohne maßlos zu übertreiben oder zu lügen.

Das Gute an diesem Vorgehen ist, dass du nicht der Initiator bist. Der Recruiter handelt im Auftrag einer Firma, die jemanden haben will und du bist immerhin so interessant, dass es sich für den Recruiter lohnt, einen Kontaktversuch zu unternehmen.

Ich habe meinen neuen Job, den ich in Kürze beginne, genau so bekommen.

Wie bin ich nach der Anfrage des Recruiters auf XING vorgegangen?

Ich hatte die Einstellung gesetzt, dass ich kontaktiert werden darf. Nach einer gut formulierten Anfrage eines Recruiters habe ich mich bereit erklärt, mit ihm zu telefonieren. Während des Telefonats hat er nach ca. zwei Minuten den Namen der Firma herausgerückt, um die es ging. Ich habe noch während unseres Telefonats den Namen gegoogelt und mir den Kununu-Score (weiter unten) angeschaut und entschieden: „Das wäre was!“. Dann habe ich abgekürzt, d.h.mein Interesse bekundet und er hat meine Daten an die Auftragsfirma weitergegeben. Das war’s.

Pro: Der riesige Vorteil ist, dass du kein Bewerbungsschreiben formulieren und verschicken musst, sondern gefunden wirst. Natürlich musst du nachher deinen Lebenslauf einreichen, aber das Motivationsschreiben entfällt zum Beispiel in der Regel.

Contra: Es kann dir passieren, dass du auch Anfragen bekommst, die absolut nicht zu dir passen und sich irgendwelche Recruiter mit dir verknüpfen wollen. Das ganze Geschäft ist ziemlich unseriös, aber es gibt eben auch echte Perlen darunter.

5.     Suche dir einen Job via XING

Dann gibt es natürlich auch unter XING massenweise Stellenausschreibungen. Du kannst nach verschiedenen Stellentypen, aber auch nach Entfernung zum Wohnort usw. suchen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Du kannst dich entweder klassisch auf Stellen bewerben oder in vielen Fällen auch XING dafür nutzen. In dem Fall bewirbst du dich mit deinem XING-Profil auf die Stelle und musst nur noch ein bisschen Freitext und ein paar andere Daten dazu eingeben.

Ganz schön bei XING ist, dass man sich die Profile der Kontaktpersonen anschauen kann. Vielleicht erkennst du hier wunderbare Gemeinsamkeiten oder hast Anknüpfungspunkte, falls es zu einem Telefonat kommt. Ich speichere mir solche Profile immer ab, um später Bezug darauf nehmen zu können.

Ich habe genau so meine erste Stellen „in der freien Wirtschaft“ bekommen, nachdem ich aus dem Beamtentum ausgetreten war. Ich habe gesehen, dass mein potenzieller Chef mit 35 Jahren seine Gastronomie-Karriere abgebrochen hat, Software-Entwicklung studiert hat und dann innerhalb der Versicherungs-IT durchgestartet ist. Ich war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 35 Jahre alt und hatte gerade meine Beamtenlaufbahn hinter mir gelassen. Du kannst dir vorstellen, dass es sofort gefunkt hat und wir beim Vorstellungsgespräch genug zu plaudern hatten.

6.     Interesse auf XING bekunden.

Wirklich absolut super finde ich bei XING die Funktion „Interesse bekunden“. Du klickst bei einer Stellenausschreibung auf „Interesse bekunden“ und wartest ab. Eventuell besucht dann dein Gegenüber dein Profil oder kontaktiert dich direkt.

Ich habe das gemacht und hatte in einem Fall einen Telefontermin mit der Personalleiterin, noch bevor ich eine einzige Zeile Bewerbung geschrieben hatte. Nach zwei vor-Ort-Terminen hätte ich die Stelle haben können. Es war auch super und ich hätte gerne zugesagt, wenn nicht die Pendelzeit etwas zu lang gewesen wäre.

Einen Mausklick auf „Interesse bekunden“ und dann einfach mal abwarten. Wenn dich die Stelle wirklich interessiert, kannst du dich immer noch ein paar Tage später bewerben, aber vielleicht kommt die Initiative auch vom Gegenüber.

7.     In XING-Gruppen eintreten

In XING gibt es tausende Gruppen und ganz oft will dir darin irgendjemand irgendetwas verkaufen. Macht aber nichts, denn natürlich sind auch viele gute Sachen dabei. Kostenlose Events z.B. oder einfach nur Jobangebote oder Jobgesuche oder auch irgendjemand der irgendetwas fragt und entsprechend informative Antworten bekommt.

Schau dir einfach mal die Gruppen in deiner Heimatstadt oder deinem Interessengebiet an und tritt probeweise in ein paar ein. Wenn es nichts ist, dann kannst du immer nach ein paar Wochen wieder aussteigen. Generell ist die Posting-Rate lange nicht so hoch wie bei Linked-In oder Facebook, so dass du nicht so leicht zugespammt wirst.

Ich bin in über zehn Gruppen und einige davon liefern mir sehr guten Input.

Bonus I: XING-Premium

Die größten Vorteile von XING-Premium ist, dass du unter anderem erkennen kannst, wer auf deinem XING-Profil war und du Leute anschreiben kannst, mit denen du nicht verbunden bist. Das kann gerade in der heißen Phase der Jobsuche durchaus von Vorteil sein. Du kannst auch zeitweise einen Premium-Account buchen und später wieder kündigen.

Bonus II: Der Kununu-Score

Kununu ist ein Ableger von XING, auf dem Mitarbeiter ihre Firma vollkommen anonym bewerten können. Klar gibt es auch da Fake-Bewertungen wie bei Amazon, aber es ist hier bei weitem nicht so leicht zu fälschen. Du kannst dir also direkt die Bewertungen von potenziell interessanten Arbeitgebern anzeigen lassen, meistens sind sie auch auf XING direkt verknüpft.

Was sagen die Kununu-Bewertungen aus?

Es gibt Freitext und ein Sternesystem und auch die Möglichkeit für die Firma, Bewertungen zu kommentieren. Lies hier einfach mal durch, was über eine für dich interessante Firma geschrieben wird und vor allem auch, wie die Firma reagiert oder nicht reagiert (auch das kann viel aussagen).

Interessant ist auch die Weiterempfehlungsrate. Ist sie in den 90er Prozentbereichen ist alles top. Ist sie sogar 100% ist das ein super Zeichen, denn ein einziger unzufriedener Mitarbeiter würde dann genügen, um die Bewertung auf unter 100% zu drücken.

Mein neuer Arbeitgeber hatte zum Zeitpunkt meines Telefonats mit dem Recruiter 100%. Inzwischen hat er eine negative Bewertung und nur noch 97% Weiterempfehlungsrate. Aber der Vorstand hat z.B. sehr ausführlich auf die schlechte Bewertung geantwortet und ist auf einzelne Punkte sehr detailliert eingegangen, was für mich wiederum für diese Firma spricht.

Zusammenfassung – Jobsuche auf XING

Ich habe durch XING innerhalb von 8 Monaten 3 Jobs bekommen.

  • Einen durch eine Bewerbung auf eine Stellenanzeige.
  • Einmal habe ich mich von Recruitern finden lassen.
  • Und einmal habe ich einfach nur mein Interesse bekundet.

Wichtig ist in allen Fällen, dass du ein aussagekräftiges Profil hast. Ich pflege es einmal im Quartal, ansonsten ist das wirklich kaum Arbeit, wenn du es einmal initial befüllt hast.

Hau den ersten Stein um und wenn du Lust hast, können wir uns gerne auf XING verknüpfen 😊

Moritz

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Ich bin Moritz,

ich war 12,5 Jahre Kriminalbeamter, bevor ich den Goldenen Käfig 2017 verlassen habe. Heute bin ich Vater von drei Kindern, Ehemann,  IT-Consultant, Trainer und Coach.

Wir können das System nicht verändern. Aber wir können unser Leben verändern. Wenn du willst, können wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Hau den ersten Stein um!

Alle Bilder von unsplash.com oder privat