Ist das System krank?

Viele sagen: „Ja“!

Andere sagen: „So ist der öffentliche Dienst eben!“

Und die allermeisten sind unzufrieden!

Aber wann ist es Zeit zu gehen?

Schwierig, denn es gibt Dutzende Gründe, als Beamter zu kündigen – es gibt aber auch Dutzende Gründe, zu bleiben. Und wer bin ich, dass ich entscheiden könnte, was für dich das Richtige ist. Entscheiden, kannst das ausschließlich du!

Aber wann ist es eigentlich Zeit zu gehen?

Im Artikel, „die 4 Perspektiven“ habe ich meinen Beamtenjob aus vier Perspektiven beleuchtet.

Aber es reicht nicht zu sagen: „das System macht krank!“ oder der Job ist doof. Kündigen wirst du nur, wenn du für dich entscheidest, dass du das nicht mehr akzeptieren willst.

Was bedeutet das jetzt?

Einen Schritt zurück:

Wir alle sind professionelle Systemkritiker. Und mal ganz ehrlich, so wirklich schwer ist das beim öffentlichen Dienst nicht.

Ich kenne fast keinen Beamten, der sich nicht über dieses System beschwert.

Nur eine Sache stimmt halt leider auch:

The problem with complaining about the system …

is that the system can’t hear you.

Seth Godin

Upps …

Unser Gejammer ist für den Mülleimer? Es hilft nichts!

Das System hört uns nicht!

So trivial diese Erkenntnis erscheint, so bahnbrechend ist sie: Es bringt uns keinen einzigen Zentimeter weiter, uns über das System aufzuregen!

Wir verändern damit rein gar nichts!

Aber wann ist es dann Zeit zu gehen?

Es gibt einen weisen Spruch, der da lautet:

Change it, love it or leave it!

Und ich denke das trifft es einfach! (Einen netten Artikel für die andere Reihenfolge „Love it, change it or leave it!“ findest du hier!)

Wenn dich was aufregt, schau ob du es ändern kannst! Kannst du das nicht – akzeptiere es! Willst du das nicht – dann ist es Zeit zu gehen! Dann – aber nur dann!

Also müssen eben nicht “alle Beamte kündigen”! Es kommt auf dich an! Und wie du mit diesem System und deinem Beruf umgehst.

Etwas ändern (change):

Nicht alles, was schiefläuft, können wir unserem “Scheiß System” anlasten.

Denn wir können viel mehr ändern als wir zunächst denken!

Statt dich bei deinen Kollegen über die mittelmäßige Beurteilung auszukotzen, könntest du auch mit deinem Chef darüber sprechen, welche konkreten Schritte nötig sind, damit die nächste Beurteilung besser ist.

Das klingt erst mal uncool oder nach Speichelleckerei. Ist es aber nicht! Das ist aktives Handeln. Das andere ist passives Rumgejammere. Das eine bringt dich weiter. Das andere nicht!

Wichtig dabei ist, zu berücksichtigen, in welchem Umfang du Einfluss hast und was deine Reichweite ist. Was liegt innerhalb deiner Reichweite und was außerhalb? Das Erste kannst du beeinflussen. Das Zweite nicht.

Es einfach akzeptieren (love)

Du kannst im Bus für gute Stimmung sorgen. Aber nicht die Fahrtrichtung des Busses vorgeben. Das macht der Busfahrer!

Und damit sind wir bei den Sachen die außerhalb deiner Reichweite liegen.

Das ist einer der wichtigsten Punkte: Sich klar zu machen, was man beeinflussen kann, und was eben nicht!

Es gibt Sachen, die wirst du nie ändern! Die wird vielleicht nie jemand ändern! Akzeptiere das! Es ist für dich das Gesündeste!

Einfach gehen (leave):

Und damit sind wir bei den Dingen, die du nicht ändern und nicht akzeptieren kannst. Dann bleibt nur noch der Exit.

Es ist dein gutes Recht, mit Dingen, die dir nicht gefallen, einfach aufzuhören.

Du kannst im Kino aufstehen und einfach gehen, wenn der Film dich langweilt.

Und du musst an deiner einmal gemachten Berufswahl nicht festhalten.

Irgendwann kam in meinem Beruf der Punkt an dem ich mich gefragt habe, ob ich das noch 30 Jahre machen will. Ob ich noch zufrieden bin mit dem was ich mache?

Und ich habe verneint!

Und dann ist es Zeit zu gehen und zu sagen: „Ich mach jetzt was anderes!“

Sicher ist es besser, erst die Strategie eins und zwei auszuprobieren, bevor man einen solchen Schritt vollzieht. Aber wenn du an dem Punkt bist, dass du das, was du nicht ändern kannst, nicht akzeptieren willst – dann geh! Nicht sofort, nicht überstürzt. Aber geh!

Was macht dich unzufrieden?

Dein Exit muss ja auch nicht immer gleich zur Kündigung führen. Denn die eigentliche Frage ist ja: was stört dich? Denn nur darauf kann sich ja dann deine Lösung beziehen.

Nur, weil du an deiner Schule unzufrieden bist, musst du nicht den öffentlichen Dienst verlassen. Wenn dir aber die derzeitige Bildungspolitik innerlich massiv widerstrebt, dann nützt ein einfacher Schulwechsel gar nichts.

Es kommt also ganz entscheidend darauf an, was das Problem ist und damit sind wir wieder bei den 4 Perspektiven aus meinem anderen Artikel.

Zur Wiederholung: Die 4 Perspektiven sind:

Und natürlich gibt es Mischformen. Was ist noch “ändern”, was ist schon “gehen”? Ist das Verlassen des öffentlichen Dienstes und arbeiten an einer freien Schule ein “Ändern” oder ein “Exit”? Was ist das Ausscheiden aus dem Polizeidienst und Einsteigen die Konzernsicherheit?

Das kommt auf dich an!

Am Schluss ist nicht wichtig, wie wir es nennen, es ist wichtig was dabei rauskommt.

Und wenn das alles nicht geht?

Und wenn das alles nicht geht, weil du auf dein Gehalt angewiesen bist und deine Kinder mit dranhängen? Dann „love it“! Dann liebe es. Dann tue es, weil es dir das Leben ermöglicht, das du gerade führst. Dann tue es für dich (und für deine Kinder). In dem Wissen, dass du gehen würdest, wenn du „könntest“! Aber es nicht tust, weil du den Preis dafür nicht zahlen willst!

Fazit

Wenn du dich mal wieder beim Jammern und meckern ertappst, ist das okay! Wir alle machen das. Wichtig ist aber, dass wir im Anschluss erkennen, dass uns jammern nichts bringt. Es ist nur ein Placebo. Wir sollten etwas machen, was uns weiterbringt. Und das können im Großen und Ganzen diese drei Möglichkeiten und ihre Mischformen sein:

1) Wir ändern was uns stört.

2) Wir akzeptieren, dass wir es nicht ändern können.

3) Oder wir gehen.

Ebenfalls wichtig ist, dass wir uns klarmachen, was uns überhaupt stört. Und dabei ehrlich sind. Nur weil wir den Beruf nicht mögen, muss nicht das System an allem schuld sein. Nur weil wir nicht klar sagen können, was wir wollen, sind die Kollegen nicht alle doof.

Mein Workbook: “Was stört dich überhaupt?”, unterstützt dich bei diesen Fragen. Du kannst es dir kostenlos herunterladen.

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Hau den ersten Stein um und change it, love it or leave it! Entscheide selbst, ob es Zeit ist zu gehen.

Moritz

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Ich bin Moritz,

ich war 12,5 Jahre Kriminalbeamter, bevor ich den Goldenen Käfig 2017 verlassen habe. Heute bin ich Vater von drei Kindern, Ehemann, Trainer und Coach.

Wir können das System nicht verändern. Aber wir können unser Leben verändern. Wenn du willst, können wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen. Hau den ersten Stein um!